Die Jubiläumsaktion zum 25. Geburtstag – wir haben auf unserem Blog und ein wenig ausführlicher in einem Diff-Beitrag darüber berichtet – hat zwar mit dem Stichtag 15. Jänner gestartet, begleiten wird sie uns und die Wikipedia insgesamt aber hoffentlich noch eine Weile. In das Projekt ist nämlich nicht nur viel Zeit und Mühe geflossen, es steht auch stellvertretend für eine für uns sehr positive Entwicklung, was öffentliche Institutionen und ihre Sensibilisierung für den Stellenwert offener Daten unter freier Lizenz betrifft.
Die teilnehmenden Häuser waren der Idee gegenüber nicht nur theoretisch aufgeschlossen, sie waren auch bereit, Ressourcen für die Aktion aufzuwenden und sie in die Praxis umzusetzen. Das beinhaltete durchaus komplexe Gespräche über Urheber- und Verfügerrechte und ein Vertrauen in uns als Verein, mit ihren Inhalten sorgfältig umzugehen.
Diese Inhalte sind jetzt dort, wo sie aus unserer Sicht hingehören: in der Wikipedia und auf Wikimedia Commons, der Wiki-Community und Allgemeinheit frei zur Verfügung stehend. In dieser Blogreihe wollen wir den Fokus daher nicht auf die Inhalte legen, sondern auf die einzelnen Institutionen dahinter, die als namhafte öffentliche Einrichtungen diesen Schritt mit uns gemeinsam gegangen sind. Ihre Motivation und Hintergründe dafür sind eine schöne Erinnerung daran, dass das Wissen der Wikipedia nicht in einem digitalen Vakuum, sondern im Austausch mit der realen Welt entsteht.
Belvedere

„Demokratisierung, Dezentralisierung und transparenter, offener Wissenstransfer“ – diese Kerngedanken von Wikipedia sind heute so relevant wie vor 25 Jahren. Für das Wiener Belvedere, eines der führenden Kunstmuseen Österreichs, ist diese Vision direkt mit der eigenen Arbeit verbunden. Wie Generaldirektorin Stella Rollig betont, deckt sich die Intention der Enzyklopädie, einen egalitären Zugang zu Information zu ermöglichen, „mit unserer Vision von einem zugänglichen und dynamischen Museums- und Wissenschaftsbetrieb im 21. Jahrhundert.“

Bereits seit 2018 setzt das Belvedere als erstes österreichisches Kunstmuseum deshalb auf eine konsequente Open-Content-Politik. Ein Großteil seiner 800 Jahre umfassenden Kunstsammlung kann kostenfrei in hochauflösender Qualität heruntergeladen werden. Für das Museum ist dies gelebter Bildungsauftrag, wie Rollig erklärt: „allgemeines Kulturgut dank digitaler Möglichkeiten auf einfache Art und Weise Menschen auf der ganzen Welt zur Verfügung zu stellen.“ Diese Praxis wird als „gelebtes Work in Progress“ ständig erweitert.

Zum 25. Jubiläum der Enzyklopädie hat das Belvedere ein besonderes Geschenk für die Community vorbereitet: 25 besondere, lustige und spannende Details aus historischen Werken werden in Druckqualität der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt.
MAK

Seit einem Vierteljahrhundert beweist die Wikipedia, dass die gemeinsame Arbeit an einem universalen Wissensschatz über Grenzen hinweg gelingen kann. Anlässlich des Jubiläums unterstreicht Lilli Hollein, Generaldirektorin und wissenschaftliche Geschäftsführerin des MAK – Museum für angewandte Kunst, die immense Bedeutung der Plattform: „Diese Demokratisierung des Zugangs zu Bildung ist eine zentrale Voraussetzung für eine aufgeklärte, kritisch denkende Gesellschaft.“

Wie Wikipedia sieht auch das MAK den ungehinderten Zugang zu kulturellem Erbe als zentrale Aufgabe. Aus diesem Grund stellt das Museum eine Auswahl hochwertiger Bilddateien aus seinen Sammlungen zur freien Nutzung bereit. Die Auswahl, so Hollein, soll „einen exemplarischen Einblick in die Vielfalt unseres Sammlungsbestandes“ geben – von Highlights bis zu Werken, die „irritieren, Ambivalenzen eröffnen und zur vertieften Betrachtung einladen.“

Mit dieser Geste positioniert sie sich in der Museumswelt. Sie bekräftigt die Vision, dass Wissen, ebenso wie kulturelle Objekte, ein Gemeingut sein sollten. In diesem Sinne schließt Lilli Hollein mit einem Wunsch für die Zukunft der Enzyklopädie: „Möge Wikipedia auch in Zukunft frei und unabhängig bleiben – als Ort des gemeinsamen Lernens und der geteilten Verantwortung für unser kulturelles und wissenschaftliches Erbe.“
FMS/PTS Wien 3

Bildung, die allen Menschen zugänglich ist, ist ein zentrales Anliegen der Fachmittel- und Polytechnischen Schule (FMS/PTS) Maiselgasse im 3. Wiener Gemeindebezirk. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens von Wikipedia bringt die Schule diese Überzeugung zum Ausdruck. „Aus diesem Grund freut es uns besonders, die Wikipedia anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens zu beschenken“, sagt Irene Ditrich, Schulleiterin der FMS/PTS Maiselgasse. „Die 25 Geschenke zeigen unsere Schule, ihre Räume und Atmosphäre, in der hier gearbeitet wird.“

Die freigegebenen Aufnahmen sind vielfältig nutzbare Einblicke in den modernen Schulalltag. Sie können als authentische, atmosphärische Stock-Fotos für Bildungsprojekte dienen, Inspiration für künstlerische Arbeiten bieten oder als schultypische Illustrationen in Publikationen verwendet werden. Diese konkreten Bilder aus einem Wiener Bezirk bereichern damit den gemeinsamen Wissenspool mit Perspektiven aus der Praxis.

Die FMS/PTS 3 verbindet damit das lokale Engagement öffentlicher Einrichtungen mit der globalen Mission von Wikipedia. Wie Irene Ditrich hofft, leistet die Schule, „damit einen kleinen Beitrag zu einer Welt […], in der Bildung allen Menschen zugänglich ist – und nicht nur jenen, die es sich leisten können.“