Heute geht es weiter mit Teil 2 und jenen österreichischen Institutionen, die die Wikipedia mit 25 Dateien beschenkt und diese dazu unter freie Lizenz gestellt haben. Die Freude darüber ist ungebrochen groß, darum geht es heute mit drei weiteren ausgewählten Häusern in die nächste Runde, in der wir Einsicht in die Beweggründe und Gedanken dieser zu ihrer Teilnahme an der Jubiläums-Aktion gewinnen können.
Naturhistorisches Museum Wien
Bild: ⇱, Kurt Kracher/Josef Muhsil-Schamall | CC BY-SA 4.0Das Naturhistorische Museum Wien feiert sein 150. Bestehen im selben Jahr wie die Wikipedia ihr 25-jähriges Jubiläum. Diesen Anlass nutzt Generaldirektorin Katrin Vohland, um zu betonen, dass beide Institutionen vom Gedanken getragen werden, „dass die Daten, die zum Verständnis unserer Welt notwendig sind, allen zugänglich sein sollten.“ Diese Philosophie wird am NHM Wien durch die Open-Science-Strategie in die Tat umgesetzt. Hinter der historischen Fassade des Gebäudes mit dem bekannten Leitmotiv „Dem Reiche der Natur und seiner Erforschung“ arbeitet das Museum daran, seine über 30 Millionen Objekte nicht nur zu bewahren, sondern die daraus gewonnenen Erkenntnisse offen zu teilen. Ein zentrales Anliegen ist es dabei, „Wissenschaft als dynamischen Prozess darzustellen – einen Prozess, der stetig neue Fragen aufwirft.“
Bild: ⇱, Chloe Potter | CC BY-SA 4.0Das Museum versteht sich dabei nicht als neutraler Wissensspeicher, sondern reflektiert aktiv seine eigene Rolle. Es stellt sich der Aufgabe, die in Ausstellungen und Forschung eingebetteten „Werte und Annahmen ihrer Zeit“ kritisch zu hinterfragen. Dieser Ansatz, der auch die Dekolonisierung der Sammlungen umfasst, zielt darauf ab, Wissenschaft „auf inklusive, transparente und ethisch verantwortungsvolle Weise“ zu vermitteln.
Bild: ⇱, Chloe Potter | CC BY-SA 4.0In dieser Mission sieht das NHM Wien einen natürlichen Partner in der Wikipedia. Die Zusammenarbeit würdigt die Kraft frei geteilten Wissens, um gemeinsam Horizonte zu erweitern. „Lassen Sie uns gemeinsam Horizonte erweitern, den Schutz unserer natürlichen und kulturellen Welt fördern und zu einer informierteren und verantwortungsvolleren Zukunft beitragen“, appelliert Katrin Vohland.
Universität Innsbruck
Bild: ⇱, Eva Fessler | CC BY-SA 4.0Die Wikipedia hat sich in 25 Jahren zu einem zentralen Ort für stetig wachsendes, öffentlich zugängliches, gesichertes Wissen entwickelt. „Sie zeigt, wie offene und gemeinschaftlich gepflegte Informationsräume verlässliche Orientierung bieten können unabhängig von institutionellen oder kommerziellen Interessen“, so Melanie Bartos und Christian Flatz vom Kommunikationsteam der Universität. Diese Idee ist auch tief in ihrem universitären Selbstverständnis verankert. Unter dem Leitkonzept der „Open Science Communication“ verfolgt die Universität Innsbruck das Ziel, wissenschaftliche Erkenntnisse langfristig und nachhaltig einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Zusammenarbeit mit Wikimedia Österreich und der Wikipedia-Community, beispielsweise durch einen Wikimedian in Residence während der Erstellung des Zweiten österreichischen Sachstandsberichts zum Klimawandel, „hat einmal mehr gezeigt, wie wissenschaftliche Erkenntnis in offenen Wissensstrukturen verankert werden kann.“
Bild: ⇱, Eva Fessler | CC BY-SA 4.0Die Praxis dieser Partnerschaft ist eingespielt und vielfältig. Sie reicht von Führungen für Wikipedia-Autor*innen im Botanischen Garten über die Veranstaltungen im Rahmen von GLAM digital bis hin zu geplanten Wikipedia-Praktika für Oberstufenschüler*innen. Diese Initiativen schlagen eine Brücke zwischen universitärer Expertise und der kollaborativen Kraft der Community.
Bild: ⇱, University of Innsbruck | CC BY-SA 4.0Zum 25. Jubiläum stellt die Universität Innsbruck den ungebrochenen Willen zur Offenheit mit ihrer Teilnahme an der Aktion unter Beweis: 25 Fotografien aus dem Forschungsalltag werden unter freier Lizenz geteilt. Sie bieten Einblicke in die vielfältigen Umgebungen, in denen Wissenschaft entsteht.
„Wir gratulieren Wikipedia herzlich zum 25. Geburtstag!“, so Bartos und Flatz. Die Universität Innsbruck blickt zuversichtlich auf die Zukunft der Zusammenarbeit, um „offene und gemeinnützige Wissensräume auch künftig gemeinsam zu stärken.“
Wien Museum
Bild: ⇱, Anton Peschka | CC BY-SA 4.0Seit 25 Jahren verkörpert Wikipedia die Vision von freiem Wissen als Gemeingut. Eine Vision, die auch das Wien Museum teilt. „Dieses Anliegen teilt das Wien Museum als offenes Haus, das einer pluralistischen, weltoffenen und progressiven Gesellschaft verpflichtet ist“, betont Matti Bunzl, künstlerisch-wissenschaftlicher Direktor des Hauses.
Bild: ⇱, Anton Peschka | CC BY-SA 4.0Für das Wien Museum ist die Frage des Wissenszugangs eine grundlegende für das städtische Zusammenleben. Die Enzyklopädie sei ein eindrucksvolles Beispiel dafür, „wie gemeinschaftliches Engagement über kulturelle, sprachliche und geografische Grenzen hinweg Wissen sichtbar, überprüfbar und für alle zugänglich machen kann.“ Dieses Prinzip der offenen Kollaboration spiegelt das Selbstverständnis des Museums wider, ein inklusiver Ort des Austauschs zu sein.
Bild: ⇱, Anton Peschka | CC BY-SA 4.0Die Idee, dass Wissen nicht exklusiv, sondern die Grundlage für demokratische Teilhabe sein sollte, eint das Wien Museum und Wikimedia Österreich in unserer Mission. Sie bildet das Fundament für eine lebendige, kritische Stadtgesellschaft. In diesem Sinne sieht das Wien Museum in der Wikipedia nicht nur eine Jubilarin, sondern eine Verbündete im Geiste, um die aktive Auseinandersetzung mit der Geschichte, Gegenwart und Zukunft Wiens allen Menschen zu eröffnen.