Digital und souverän: Wikimedia Österreich auf der DigHum2026

Ein Plädoyer für Digital Commons

In einer Zeit, in der geopolitische Spannungen zunehmen und der gesellschaftliche Zusammenhalt auf die Probe gestellt wird, findet die diesjährige Digital Humanism Conference unter dem Motto „Orientation in turbulent times“ statt. Vom 24. bis 26. Juni versammelt die Konferenz an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und im Gartenbaukino führende Köpfe aus Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Industrie. Im Fokus steht die Frage, wie wir unsere digitalen Technologien und Infrastrukturen gestalten können, damit sie menschenzentrierten Werten dienen.

Bild: © swype/Verein zur Förderung des digitalen Humanismus | All Rights Reserved

Ein Wiener Lokalpolitiker bei der letzten DigHum 2025.

Die Konferenzspanne ist ambitioniert. Nach einer Eröffnung am 24. Juni mit dem Dokumentarfilm „Ghost in the Machine“ von Valerie Veatch, der die oft unbequemen Ursprünge der KI-Industrie hinterfragt, widmen sich die beiden Hauptkonferenztage den zentralen Themen der digitalen Transformation. Von der Geopolitik der Künstlichen Intelligenz über digitale Arbeit bis hin zu Jugend und sozialen Medien wird das gesamte Spektrum der Herausforderungen und Chancen des digitalen Zeitalters beleuchtet.

Besonders erfreulich ist für uns die prominente Platzierung des Themas „Digital Commons“ im Programm. Die Wikipedia als das vermutlich größte und erfolgreichste Beispiel für Digital Commons, das auf den Prinzipien der Offenheit und kollaborativen Zusammenarbeit basiert, darf an dieser Stelle nicht fehlen und hat Platz in der Diskussion verdient.

Wikimedia ist vor Ort!

Ein weiterer Schwerpunkt der Gespräche wird die Frage der digitalen Souveränität sein. Es wird besprochen, wie Abhängigkeiten von großen Plattformen reduziert werden können. Auch hier ist die Wikipedia (wie ihre Schwesterprojekte) ein Paradebeispiel für eine gemeinwohlorientierte Alternative: Sie ist nicht profitorientiert und dadurch nicht käuflich. Dieses Modell muss in Zeiten von KI-generierten Inhalten und der Konzentration von Datenmacht gestärkt werden.

Wikimedia Österreich-Geschäftsführerin und Präsidentin von Wikimedia Europe, Claudia Garád, ist als Speakerin vor Ort dabei. Am Freitag, den 26. Juni spricht sie von 16:00 – 17:30 in einem Panel über das Thema „Sustaining Digital Commons – The future of open knowledge stewardship“. In der Session wird erkundet, wie geteilte Wissensinfrastrukturen unter Bedingungen, die kollektive Formen der Produktion und des Austauschs oft untergraben, aufrechterhalten, gesteuert und sichtbar gemacht werden können.

Bild: , Jason Ekvidi | CC BY-SA 4.0

Claudia is a speaker!

Das Wiener Manifest des Digitalen Humanismus ist 2019 entstanden und wurde von 1000 Digitalexpert*innen unterzeichnet. Die Zielsetzung der DigHum2026 leitet sich daraus ab und legt einen Fokus auf die Praxis:
„Die Konferenz 2026 begnügt sich nicht mit einer bloßen Diagnose. Sie richtet ihren Blick auf das Handeln und untersucht, wie KI-Systeme, digitale Plattformen und Dateninfrastrukturen als Angelegenheit von öffentlichem Interesse und kollektiver Verantwortung zurückgewonnen werden können. Digitaler Humanismus wird als Praxis betrachtet – die sich durch KI-Design, Plattform-Governance, digitale Bildung und alltägliche Entscheidungen entfaltet, die digitale Systeme und ihre sozialen Auswirkungen prägen. Die Konferenz thematisiert die oft unsichtbare Arbeit, die erforderlich ist, um digitale Technologien mit demokratischen Werten, Menschenrechten, Inklusion, Vielfalt und ökologischer Verantwortung in Einklang zu bringen.

Kommt vorbei, es gibt noch 2-Tages-Pässe.
Wir freuen uns auf bekannte Gesichter und einen gelungenen Austausch!